Der Übergang nach Japan
Während der Meiji-Ära (1868 - 1912) normalisierte sich die Beziehung zwischen Japan und Okinawa,
und 1879 wurde Okinawa zu einer offiziellen Provinz Japans.
Damit verloren auch die Kampfkünste Okinawas allmählich
den Mythos des Geheimnisvollen und traten an die Öffentlichkeit.
Die relativ rasche Verbreitung des Karate in Japan
geht auf einige wichtige Persönlichkeiten aus Okinawa zurück.
Die Ehre, als eigentlicher Vater des modernen Karates zu gelten,
gebührt Gichin Funakoshi (1869 -1957), dem Gründer des Shotokan-Ryu.
Er ging 1921 als erster nach Japan und setzte sich,
vor allem von Tokyo aus zeitlebens für die Popularisierung des Karate ein.
Auf seine Initiative hin wurde 1936 die Bedeutung des Namens Karate
von "China-Hand" (jap.: kara, dt.: Tang-Dynastie => Synonym für China)
in "Leere Hand" (jap.: kara, dt.: leer) geändert.
Nach 1930 entstanden in Japan zahlreiche neue Karatestile.
Die wichtigsten dieser Stile sind: Shotokan-Ryu, Shito-Ryu, Wado-Ryu und Goju-Ryu.