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Kampfkunst - Gesundheit - Coaching

2019 - Lehrgang beim Bundesgrenzschutz


Erneut fand der Lehrgang des Deutschen Wushu Bundes in St. Augustin bei Bonn statt.
Aufgrund der langen Anreise, entschieden wir uns, schon am Freitag nach St. Augustin zu fahren und eine Nacht im Hotel zu verbringen.

Um 11:00 Uhr machten wir uns auf dem Weg zur Sporthalle des Bundesgrenzschutzes.
Wieder waren viele Teilnehmer erschienen, die meisten davon Braun- und Schwarzgurtträger.
Anfangs fühlte ich mich ein wenig unwohl, unter den ganzen hochgraduierten Kampfkünstlern. Doch im Nachhinein wurde mir klar, dass wir alle hier her gekommen sind, um voneinander zu lernen und die Gürtelfarbe nicht immer das Können beziehungsweise die Erfahrung eines Teilnehmers wiederspiegeln muss.
Nach kurzer Zeit bemerkte ich die Anwesenheit von bekannten Gesichtern.
Natürlich machte es mir großen Spaß mich mit den anderen Teilnehmern des Lehrganges aus zu tauschen, besonders wenn diese ein anderes Kampfkunstsystem praktizierten.
Um 13:00 begann der Lehrgang.
Leider wurde mitgeteilt, dass nicht alle angemeldeten Teilnehmer erschienen sind, in manchen Fällen sogar ohne eine Abmeldung. Dies empfand ich als respektlos, insbesondere gegenüber dem Veranstalter und den Referenten, die von weit her angereist sind.

Die Referenten wurden auf verschiedene Stationen aufgeteilt.
Anders als in den Jahren zuvor, wurde das Wechselsystem verändert.
Nach einem einmaligen vorgeschriebenen Wechsel, konnte jeder Teilnehmer selbst entscheiden,
zu welchem Referenten er gehen möchte und wie viele Einheiten er bei ihm verbringen will.
Dies war hilfreich, da die Zeit für die einzelnen Einheiten nach meiner Meinung sehr kurz war.


In diesem Jahr war es für mich ein etwas anderer Lehrgang als sonst. Ich blieb an einer Station. Gemeinsam mit Angelika unterstützte ich unseren Shifu.
Auf dieser Station stand Chan Shaolin Si, genauer die 1. Pocket im Mittelpunkt.
Zu meinem Erstaunen, wusste fast keiner etwas mit Chan Shaolin Si an zu fangen,
da es leider so gut wie nicht mehr unterrichtet wird.
Mein Part war es in dem Falle, die Partnerrolle zu übernehmen und den anderen Lehrgangsteilnehmern Hilfestellungen zu geben und gegebenenfalls offene Fragen zu beantworten.

Es war ein tolles Gefühl, dass andere Teilnehmer meine Ratschläge und Verbesserungsvorschläge warnahmen und sofort umsetzten wollten.
Alle waren von dieser Partnerübung begeistert, weil sie anfänglich sehr leicht und harmlos wirkt, aber bei genauerer Betrachtung eine unglaubliche Wirkung preisgibt.
Während man also mit anderen Kampfkunstinteressierten ausgiebig übte, kam man auch allmählich ins Gespräch. Man tauschte sich über Techniken und Erfahrungen aus. Es wurde also definitiv nicht langweilig für mich. Einige waren überrascht wie viel ich meinem Alter aushalte, da es in manchen Situationen so aussah, als ob ich ordentlich was einstecken musste.
Für mich persönlich, war es nichts anderes, als im „normalen“ Unterricht.

In der letzten Einheit entschied sich Hans Jürgen Goldmann auch etwas aus seinem System vorzustellen. „Goldi“ präsentierte zuerst einige Anwendungen aus dem Xiang Wang Stil,
welche spielerisch leicht aussahen. Jedenfalls bei ihm.
Ich war einfach nur von der Geschwindigkeit und Zielgenauigkeit beeindruckt,
die er an den Tag legte. Es war kaum wahrzunehmen, was er gerade mit dem Angreifer machte.
Einfach nur beeindruckend. Mir fiel wortwörtlich die Kinnlade herunter.
Natürlich sollten wir es auch mal selbst ausprobieren, indem wir die Bewegungen des Angreifers abwehren sollten. Jedoch stoppte der Angreifer nicht, er versuchte immer weiter anzugreifen, sodass beide in ständiger Bewegung (Flow) waren und stets konzentriert bleiben mussten.
Meine Erkenntnisse aus Goldis Einheit: leichter gesagt als getan und Übung macht den Meister!

Für mich war es ein Lehrgang, bei dem ich vor allem neue Leute
und deren Kampfkunstsysteme besser kennenlerne durfte.
Besonders gefallen hat es mir,
dass viele Lehrgangsteilnehmer, Interesse an unserem Verein zeigten.
Ich persönlich bekam viel positives Feedback zugesprochen.
Natürlich macht mich das stolz und bestärkt mich in meinem Handeln.

Der Lehrgang war trotz der langen An- und Rückfahrt auf jeden Fall einen Besuch wert.

Lilly